Bayerische Telemedizinprojekte –
Verwaltung/Dokumentation/Datenaustausch – Asylakte

Die gestiegene Anzahl von Asylbewerbern stellt Bayern und ganz Deutschland vor enorme Herausforderungen bei der Flüchtlingsversorgung, insbesondere in der medizinischen Versorgung. Diesen Herausforderungen konnte u.a. durch große (ehrenamtliche) Unterstützung aus der Bevölkerung und Unterstützung durch die Wohlfahrtsverbände begegnet werden. Die ehrenamtliche und wohlfahrtsgestützte Kompensation eines hoheitlich verantworteten Gesellschaftsproblems stellt jedoch keine Dauerlösung dar. Optimierungspotenziale lassen sich sowohl im allgemeinen humanitären Bereich als auch im speziellen Bereich der medizinischen Versorgung finden.

Auch in Ingolstadt gibt es eine große Motivation und Bereitschaft in der Ärzteschaft, sich für die Asylbewerber in den vier Ankunfts- und Rückführungseinrichtungen zu engagieren. Leider sind die Dokumentation und der Informationsfluss der medizinischen Daten zu den weiterbehandelnden Ärzten in den meisten Fällen nicht vorhanden. Um die Ärzteschaft bei der Flüchtlingsversorgung zu unterstützen hat sich die Bayerische TelemedAllianz, zusammen mit dem Ärztenetz GO IN, dem Ärztlichen Kreisverband Ingolstadt Eichstätt, der Regierung von Oberbayern, dem Klinikum Ingolstadt, dem Betreiber der Unterkünfte für Asylbewerbern PulsM GmbH, dem Gesundheitsamt Ingolstadt und den in den Unterbringungen für Asylsuchende tätigen Ärzte bemüht, ein Konzept zum Datenaustausch zu entwickeln und einzuführen.

Mit unserem Projekt besteht die Möglichkeit den Informationsfluss der medizinischen Untersuchungen sowie der Folgeuntersuchungen hin zu den behandelnden Vertragsärzten vor Ort und darüber hinaus in ganz Bayern und Deutschland zu sichern. Die Anlage und der Zugang einer elektronischen Patientenakte für Asylsuchende ist dabei einfach und unbürokratisch. Unsere durch das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geförderte Lösung, verbessert die Datenlage zum Gesundheitszustand des Asylbewerbers entscheidend durch die intersektorale Koordination sowie Kommunikation und Transparenz für alle Beteiligten. Gleichzeitig werden durch Sicherheitsmaßnahmen alle Auflagen des Datenschutzes befolgt und eine Stigmatisierung des Asylbewerbers vermieden. Die benötigte Software wurde von der CompuGroup Medical gestaltet. Dadurch können wir die Wünsche der Ärzteschaft berücksichtigen und eine elegante Lösung direkt aus einem Arztinformationssystems anbieten.

Dabei handelt es sich aber nicht wie in allen anderen Lösungen um eine „Insellösung“, sondern um ein System mit Schnittstellen zu weiteren Arzt- und Krankenhausinformationssystemen sowie zu den Gesundheitsämtern, den Sozialämtern und zum Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

• Bayerische TelemedAllianz
• Ärztenetz GO IN
• Ärztlicher Kreisverband Ingolstadt Eichstätt
• CompuGroup Medical
• Regierung von Oberbayern
• Klinikum Ingolstadt
• Betreiber der Unterkünfte für Asylbewerber PulsM GmbH
• Gesundheitsamt Ingolstadt und den in den Unterbringungen für Asylbewerbern tätige Ärzte

Seit Oktober 2016

MSD Sharp & Dohme
Um die medizinische Versorgung der Asylsuchenden zu unterstützen wurde von MSD Sharp & Dohme ein Anamense- und Therapiebogen mit Vorlesefunktion in verschiedenen Sprachen entwickelt.

Christina Maria Peric
Bayerische TelemedAllianz (BTA)
Oberer Grasweg 50a
85055 Ingolstadt
Tel: 0841/3791639
Fax: 0841/88537120
peric@telemedallianz.de

Projektleiter: Prof. Dr. med. Siegfried Jedamzik
Christina Maria Peric