Videosprechstunden – Ein neuer Weg mit ihrer Arztpraxis zu kommunizieren

Baar-Ebenhausen, 24.02.2020 Seit April 2017 besteht für Ärzte die Möglichkeit eine Online-Videosprechstunde in Ihren Praxen anzubieten und über die gesetzliche Krankenversicherung abzurechnen. „Dank der Anschubfinanzierung sind seit Oktober 2019 angemessene Leistungen pro Videosprechstunde vorhanden, sodass jetzt eine Kostendeckung vorliegt“, berichtet Prof. Dr. med. Jedamzik, Hausarzt aus Ingolstadt und Baar-Ebenhausen. Zur Förderung der Videosprechstunde haben KBV und GKV-Spitzenverband mehrere neue Regelungen vereinbart. Mit den getroffenen Vereinbarungen können Ärzte und Psychotherapeuten die Videosprechstunde einfacher in den Praxisalltag integrieren und immer dann einsetzen, wenn sie es für sinnvoll erachten.

Die Praxisgemeinschaft Jedamzik-Barany-Tapli hat bereits die Online-Plattform Doccura, die seit März 2018 über die Bayerische TelemedAllianz UG zur Verfügung gestellt wird, erfolgreich in ihren Praxisalltag integriert. „Ich führe täglich Videosprechstunden mit meinen Patienten durch. Dabei führe ich ganz normale Praxisgespräche, veranlasse Kontrolluntersuchungen oder Beurteilungen von Bewegungseinschränkungen – und die Patienten freuen sich“, so Prof. Dr. med. Jedamzik.

Wie läuft eine Videosprechstunde aus Sicht des Arztes ab?
Der Arzt hat mit der Videosprechstunde Doccura ein hervorragendes Mittel zur Vorsorge, Diagnostik, Behandlung und Nachsorge von Patienten. Der Online-Arztbesuch ist unkompliziert und erfordert lediglich die Registrierung des Arztes auf der Doccura-Plattform. Ein Arzt kann eine Videosprechstunde ganz normal wie eine Praxissprechstunde durchführen. Der Patient bekommt einen Termin für die virtuelle Sprechstunde per SMS oder E-Mail mit einem Einladungslink zugesendet und kann sich einfach per Mausklick am Computer oder auf dem Handy in das virtuelle Wartezimmer des Arztes einwählen – ganz ohne Registrierung. Die Kommunikation erfolgt über eine verschlüsselte Peer-to-Peer-Verbindung und ist somit Ende-zu-Ende verschlüsselt. Vertrauliche Gespräche und Daten bleiben vertraulich. Die ausgetauschten Nachrichten und Dokumente werden auf keinem Server gespeichert.
Zum Einsatz kann die Videosprechstunde insbesondere bei Folgekonsultationen kommen, wie etwa die Begutachtung des Heilungsverlaufs oder Empfehlungen weiterer Therapiemaßnahmen. Seit Oktober 2019 ist nun auch der Erstkontakt zwischen Arzt und Patient online möglich, d.h. Arzt und Patient müssen sich nicht mehr bereits einmal persönlich in einer Praxis verständigt haben. Dies hat viele Vorteile für den Patienten: keine Wartezeiten im Wartezimmer, keine Ansteckungsgefahr in der Praxis, keine langen Anfahrtswege zur Facharztpraxis oder zu weit entfernten Spezialisten und die Sprechstunde kann von überall mobil gemacht werden. Ein weiterer Anwendungsfall sind Telekonsile, d.h. eine Gruppenkonferenz, beispielsweise ein Arzt mit seinem Patienten und anderen ärztlichen Kollegen, um weitere Behandlungsschritte zu beraten und eine zweite Meinung zu erhalten.

Vorrausetzung ist, dass der Arzt beim doccura-Videodienst-Anbieter angemeldet ist. „Ich nutze die Doccura Videosprechstunde schon seit mehreren Jahren. Früher habe ich den Basis-Tarif monatlich genutzt und konnte problemlos mit meinen Patienten kommunizieren. Inzwischen nutze ich die Premium-Features wie die SMS-Einladung, Gruppenkonferenzen und Screensharing“, berichtet Prof. Dr. med. Jedamzik. Egal ob Basis oder Premium-Tarif: diese Kosten amortisieren sich relativ schnell mit dem Technik- und Förderzuschlag sowie weiteren Vergütungsmöglichkeiten und Zuschlägen, die mit den Krankenkassen abgerechnet werden können.

Was wird für eine Videosprechstunde benötigt?
Doccura kann über jedes internetfähige Endgerät wie Computer, Smartphone oder Tablet und jedes Betriebssystem (Windows, Mac, iOS Geräte, Android) benutzt werden. Zur sicheren Nutzung werden die gängigen Browser wie Mozilla Firefox, Google Chrome oder Safari benötigt. Die Endgeräte müssen über Kamera, Lautsprecher und Mikrofon verfügen und natürlich ist eine stabile Internetverbindung notwendig. Zur Durchführung einer Videosprechstunde sind keine hochauflösenden Kameras notwendig, d.h. eine Handykamera ist völlig ausreichend. Werden jedoch beispielsweise Hautausschläge oder Wunden per Video begutachtet, wie es in der Dermatologie oft der Fall ist, sind höher auflösende Kameras notwendig.

Projekt: WZ®-WundZentrum-Telemedizin
Eine weitere Anwendung der Videosprechstunde findet sich im Rahmen des Pilotprojekts „WZ®-WundZentrum-Telemedizin“, dass seit November 2018 erfolgreich zur Betreuung von Patienten im WundZentrum Ingolstadt mithilfe der Videosprechstunde Doccura durchgeführt wird. Der Kommunikationsaustausch via Videosprechstunde zwischen den Wundmanagern im WundZentrum und den Ärzten der Praxisgemeinschaft Jedamzik-Barany-Tapli erfolgt mit dem Ziel, die Qualität der medizinischen Versorgung der Patienten zu verbessern. Im WundZentrum kommen hochauflösende Webcams zum Einsatz, damit die Ärzte in Full-HD-Auflösung Wunden betrachten können – so als wäre der Patient persönlich in der Praxis. Die Planung für die Ausweitung der Videosprechstunde in andere Wundzentren ist schon auf dem Weg.

Neue Chancen für Videosprechstunden
Mit den verbesserten Vergütungen seit dem 01. Oktober 2019 sind Videosprechstunden für Ärzte attraktiver geworden. Neben dem Zuschlag für die Authentifizierung eines neuen Patienten (erster Arzt-Patienten-Kontakt) gibt es nun auch weitere Unterstützungsmaßnahmen von Seiten der Politik.

Bei jeder durchgeführten Videosprechstunde gibt es 10 Euro zusätzlich zur normalen Abrechnung, dies erhalten Praxen für bis zu 50 elektronische Visiten im Quartal. Neben der Erstattung über die jeweiligen Versicherten-, Grund-, oder Konsiliarpauschale sind nun nicht nur weitere Leistungen abrechenbar, sondern es gibt auch einen Technik- und Förderzuschlag, der die Kosten für den Videodienst abdecken soll. Das neue DVG (Digitale-Versorgung-Gesetz) unterstützt zudem den Einsatz von Telemedizin.

Fazit
Die Online-Videosprechstunde eröffnet den Ärzten eine bundesweite Möglichkeit ihre Leistungen anzubieten und somit zusätzliche Qualität und Effizienz in der Patientenversorgung zu erzielen. Außerdem wird die ärztliche Versorgung von ländlichen Regionen verbessert. Patienten profitieren von einer telemedizinisch möglichen Arztwahl und können sowohl Zeit als auch Kosten sparen. Richtig umgesetzt, bietet die Videosprechstunde eine sinnvolle und leistungsstarke Erweiterung im deutschen Gesundheitssystems, um die Patientenversorgung über räumliche Distanzen hinweg zu ergänzen.

Mehr Info: https://www.doccura.de

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