Für Ärzte

moVe-it – Studienarzt werden


moVe-it ist ein vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses gefördertes Versorgungsprojekt zur Verbesserung der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit relevanter Spastik nach Schlaganfall. Im Mittelpunkt stehen eine frühzeitige Erkennung, eine leitliniengerechte Behandlung und eine bessere sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen Klinik, niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie Physiotherapie.

Für die Umsetzung baut moVe-it auf ein digitales Versorgungskonzept mit moVe-it-App, interdisziplinären Fallkonferenzen und dem moVe-it-medical-Manager (mmM). Für die Durchführung werden engagierte Studienärztinnen und Studienärzte gesucht, die Patientinnen und Patienten einschließen, medizinisch begleiten und an der interdisziplinären Versorgung mitwirken.

Warum sich eine Teilnahme als Studienarzt lohnt


  • Sie beteiligen sich an einer innovativen, digital unterstützten Versorgungsform.
  • Sie stärken die leitliniengerechte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Spastik nach Schlaganfall.
  • Sie profitieren von einem strukturierten interdisziplinären Austausch mit Neurologie, Allgemeinmedizin, Physiotherapie und gegebenenfalls Klinikärzten.
  • Sie verbessern die Patientensteuerung und Versorgungskontinuität zwischen stationärem und ambulantem Bereich.
  • Sie erhalten eine angemessene Vergütung für definierte Leistungen im Projekt.
  • Sie positionieren sich als innovative und patientenorientierte Praxis bzw. Einrichtung.

Was ist das Ziel von moVe-it?


moVe-it soll Versorgungslücken bei der Behandlung von Spastik nach Schlaganfall schließen. Ziel ist es, eine relevante Spastik frühzeitig zu erkennen, individuelle Therapiebedarfe besser abzubilden und patientenbezogene Therapieempfehlungen auf Grundlage der S2k-Leitlinie zu entwickeln. So sollen Chronifizierung, Folgekosten und unnötige Versorgungslücken reduziert werden.

Wer kann Studienarzt werden?


Grundsätzlich kommen an moVe-it teilnehmende ärztliche Leistungserbringende im stationären und ambulanten Bereich in Betracht. Dazu zählen insbesondere Akut- und Reha-Kliniken, Hausärztinnen und Hausärzte sowie Neurologinnen und Neurologen in den Umsetzungsregionen Bayern, Berlin und Brandenburg.

Auch nach Projektstart ist ein Einstieg weiterer Leistungserbringer möglich. Die Einbindung ist laut Schulungsunterlagen unabhängig vom Projektstart möglich und kann jederzeit erfolgen.

Welche Aufgaben übernehmen Studienärzte?


  • Identifikation potenziell geeigneter Patienten im stationären oder ambulanten Bereich.
  • Prüfung der Ein- und Ausschlusskriterien sowie medizinische Indikationsstellung.
  • Anamnese und Basis-Untersuchung.
  • Aufklärung der Patienten über Projektinhalte, Datenverarbeitung und Teilnahme.
  • Einschreibung geeigneter Patienten in das Versorgungsprogramm.
  • Einrichtung der moVe-it-App sowie Anlage der projektrelevanten Dokumentation.
  • Vorbereitung digitaler Fallkonferenzen durch Ausfüllen strukturierter Formulare.
  • Teilnahme an den interdisziplinären digitalen Fallkonferenzen.
  • Bei stationären Leistungserbringern zusätzlich: Spastik-Monitoring vor Entlassung und gegebenenfalls Videosprechstunden.

Welche Patienten kommen für moVe-it infrage?


Eingeschlossen werden können gesetzlich krankenversicherte Erwachsene mit relevanter Spastik nach Schlaganfall, wenn der ursächliche Schlaganfall bei Einschluss nicht länger als sechs Monate zurückliegt und der Wohnort innerhalb des Studiengebiets liegt. Zudem müssen eine E-Mail-Adresse und ein Smartphone vorhanden sein, da die Teilnahme digital begleitet wird.

Nicht eingeschlossen werden unter anderem privat Versicherte, Personen mit erheblichen sprachlichen oder neurokognitiven Barrieren, Patientinnen und Patienten außerhalb des Studiengebiets oder Personen, bei denen medizinische oder ethische Gründe gegen eine Teilnahme sprechen.

Wie läuft die Teilnahme im Versorgungsprozess ab?


Nach der Identifikation geeigneter Patienten erfolgen Anamnese, Basis-Untersuchung, Patientenaufklärung und Einschreibung. Anschließend wird die moVe-it-App eingerichtet und die weitere Begleitung gestartet.

Im Interventionszeitraum von acht Monaten sind drei interdisziplinäre digitale Fallkonferenzen vorgesehen. Diese finden etwa 4, 12 und 24 Wochen nach Einschreibung statt. In den Fallkonferenzen erarbeiten die beteiligten Leistungserbringenden gemeinsam patientenindividuelle Therapieempfehlungen.

Unterstützt wird der Ablauf durch den moVe-it-medical-Manager (mmM), der den Status quo der Versorgung erhebt, die Fallkonferenzen vorbereitet, moderiert und dokumentiert.

Was sind die Fallkonferenzen?


Die interprofessionellen digitalen Fallkonferenzen sind ein zentrales Kernelement von moVe-it. Mindestens der moVe-it-medical-Manager und ein ärztlicher oder therapeutischer Leistungserbringer nehmen teil. Je nach Versorgungssituation können Hausärztinnen und Hausärzte, Neurologinnen und Neurologen, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie Klinikärztinnen und -ärzte eingebunden werden.

Die Vorbereitung erfolgt asynchron über digitale Formulare. In der Konferenz werden die aktuelle Situation, individuelle Bedürfnisse und die weitere Therapieplanung gemeinsam besprochen. Im Anschluss erhalten die Teilnehmenden ein Fallkonferenzprotokoll mit den abgestimmten Empfehlungen.

Welche technischen Voraussetzungen gibt es?


  • Digitale Formulare werden über die REDCap-Plattform bereitgestellt.
  • Die Teilnahme an Fallkonferenzen und Videosprechstunden erfolgt über die KBV-zertifizierte Plattform doccura.
  • Für die Einschreibung der Patientinnen und Patienten stehen Formulare sowie ein digitaler Prozess inklusive QR-Code-Lösung zur Verfügung.
  • Die Abrechnung der Leistungen erfolgt quartalsweise über die Managementgesellschaft.

Vergütung


Für ärztliche Leistungserbringer sind im Projekt unter anderem folgende Leistungen vorgesehen:

Leistung Inhalt Ver-gütung Häufigkeit
ABU002 Anamnese/Basis-Untersuchung, App-Einrichtung und Anlage eCRF 135,00 € 1 x je Patient (IG/KG)
DVFÄ003 Vorbereitung der Fallkonferenz durch Befüllen des digitalen Formulars 45,00 € 3 x je Patient, max. 135,00 Euro (IG)
FKÄ005 Teilnahme an digitaler Fallkonferenz 60,00 € 3 x je Patient, max. 180,00 Euro (IG)
SM001 Spastik-Monitoring vor Entlassung, App-Empfehlung und App-Einrichtung 120,00 € 1 x je Patient (stationär, IG/KG)
VST007 Videosprechstunde zu Spastikfragen und Spastik-Therapie 30,00 € 2 x je Patient, max. 60,00 Euro (stationär, IG)

Einstieg und Einschreibeprozess


Interessierte Leistungserbringer geben zunächst eine Interessenbekundung ab. Anschließend erhalten sie von der Mobil Krankenkasse die Unterlagen bzw. den Link zur Online-Einschreibung. Nach erfolgreicher Registrierung und Datenprüfung ist die Teilnahme am Projekt möglich.

Für die Einschreibung von Versicherten stehen je nach Prozess Papierformulare oder eine digitale Einschreibung per QR-Code zur Verfügung. Die Patientinnen und Patienten müssen vor Studieneinschluss die Teilnahmeerklärung sowie die Einwilligung zur Datenverarbeitung abgeben.

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Informationen über die moVe-it-Studien-App


Was sind die Vorteile des Patienten zur Nutzung der moVe-it-Studien-App?
Die Begleitung von Menschen mit spastischen Bewegungsstörungen richtet sich nach dem Verteilungsmuster der Spastik movement disorder (SMD) über den Körper und dem Schweregrad der spastischen Tonuserhöhung und anderer positiver Zeichen des Upper Moto Neuron Syndrom (UMNS).


Die moVe-it-Studien-App funktioniert wie ein digitales Tagebuch für den Patienten. In regelmäßigen Abständen (am besten wöchentlich) kann der Patient seine persönlichen Beobachtungen anhand von 10 einfachen Schritten dokumentieren. Die App speichert diese Eingaben und stellt sie in einer neutralen, chronologischen Übersicht dar. Diese Dokumentation kann dem Patienten helfen, Veränderungen im eigenen Bewegungsempfinden nachzuvollziehen und bietet einen Einblick in die subjektive Wahrnehmung des Patienten im häuslichen Umfeld. Diese Aufzeichnungen können das Anamnesegespräch ergänzen, ersetzen jedoch keine klinische Untersuchung.


Diese App bietet Informationen zur Selbstbeobachtung körperlicher Veränderungen und dient der bewussteren Wahrnehmung nach einem Schlaganfall.