Für Ärzte
moVe-it – Infos für Hub-Ärzte
Die Studienhubs sind im Projekt moVe-it ein zentraler Baustein für die sektorenübergreifende Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Spastik nach Schlaganfall. Sie unterstützen die Patientenrekrutierung, begleiten die frühe Versorgungssituation und übernehmen im Behandlungsverlauf wichtige Aufgaben an den Schnittstellen zwischen stationärer und ambulanter Behandlung. Gleichzeitig bringen Hub-Ärztinnen und Hub-Ärzte ihre klinische Expertise in digitale, interdisziplinäre Fallkonferenzen ein und tragen damit zu einer leitliniengerechten, individuell abgestimmten Therapie bei.
Welche Rolle haben Hub-Ärzte im Projekt moVe-it?
- Studienhubs sind wichtige Rekrutierungs- und Versorgungsstandorte im moVe-it Projekt. Die Patientenrekrutierung erfolgt über sechs erfahrene Studienhubs und ein umfassendes Netzwerk an Leistungserbringenden.
- Ein besonderer Fokus liegt auf der stationären Rekrutierung. Erwartet wird, dass ein großer Teil der Studienteilnehmenden aus dem stationären Bereich in das Projekt übergeht.
- Hub-Ärzte begleiten den Übergang aus Akutklinik oder Reha in die ambulante Versorgung und helfen dabei, Versorgungslücken und Therapieabbrüche zu vermeiden.
- Wenn behandelnde niedergelassene Ärztinnen oder Ärzte nicht am Vertrag teilnehmen, können Ärztinnen und Ärzte aus den Studienhubs als medizinisches Back-up in die Fallkonferenzen eingebunden werden.
Aufgaben von Hub-Ärzten
1. Patienten identifizieren und einschreiben
- Im stationären Bereich können potenziell geeignete Patientinnen und Patienten bereits während des Aufenthalts in Akut- oder Reha-Kliniken identifiziert werden.
- Liegt bereits eine relevante Spastik nach Schlaganfall vor, prüfen Hub-Ärzte die Ein- und Ausschlusskriterien, klären die Teilnahme auf und begleiten die Einschreibung.
- Der Einschluss soll möglichst gegen Ende der Reha-Behandlung oder zeitnah nach der Entlassung erfolgen, damit der Übergang in die ambulante Weiterbehandlung gut organisiert werden kann.
- Bei Schlaganfallpatientinnen und -patienten ohne manifeste Spastik ist zunächst ein Monitoring möglich; für diese Personen kann eine Warteliste geführt werden.
2. Medizinische Basisuntersuchung und App-Onboarding
- Zu den Aufgaben gehört die Anamnese bzw. Basis-Untersuchung bei Vorliegen der Einschlusskriterien.
- Zusätzlich wird die moVe-it-App eingerichtet und die notwendige Studiendokumentation angelegt.
- Hub-Ärzte unterstützen Patientinnen und Patienten dabei, die digitale Versorgung von Beginn an sicher zu nutzen.
3. Mitwirkung an interdisziplinären Fallkonferenzen
- Die digitalen Fallkonferenzen sind ein Kernelement von moVe-it. Pro Patient finden drei Fallkonferenzen statt.
- Die Termine liegen in der Regel etwa 4, 12 und 24 Wochen nach Einschreibung.
- Hub-Ärzte können als klinische Ansprechpartner teilnehmen, patientenindividuelle Einschätzungen einbringen und gemeinsam mit Hausärztinnen, Neurologinnen, Neurologen und Physiotherapeutinnen bzw. Physiotherapeuten Therapieempfehlungen erarbeiten.
- Die Fallkonferenzen orientieren sich an der S2k-Leitlinie und fokussieren insbesondere leitliniengerechte Therapieoptionen wie Botulinumtoxin-Behandlung und Physiotherapie.
4. Videosprechstunden im Interventionszeitraum
- Im Rahmen des Projekts sind bis zu zwei Videosprechstunden durch Klinikärztinnen bzw. Klinikärzte vorgesehen.
- Diese sollen den Übergang von der stationären in die ambulante Versorgung begleiten und dazu beitragen, Therapieabbrüche zu vermeiden.
- Die Durchführung erfolgt digital über die im Projekt eingesetzte Videoplattform.
So laufen die Fallkonferenzen ab
- Vor jeder Fallkonferenz füllen die beteiligten Leistungserbringenden digitale Formulare aus. So werden medizinische Informationen strukturiert zusammengeführt.
- Die Organisation, Moderation und Nachbereitung übernimmt der moVe-it-medical-Manager (mmM).
- In der Fallkonferenz wird die aktuelle Situation des Patienten anhand eines Gesprächsleitfadens bewertet. Auf dieser Grundlage werden Empfehlungen zur Therapieoptimierung abgestimmt.
- Im Anschluss erhalten die teilnehmenden Leistungserbringenden ein Fallkonferenzprotokoll.
Vorteile für Hub-Ärzte
- Frühe Einbindung in ein innovatives, digital gestütztes Versorgungskonzept.
- Bessere sektorenübergreifende Abstimmung zwischen Klinik, Praxis und Physiotherapie.
- Klare, strukturierte Prozesse für die Begleitung komplexer Patientinnen und Patienten.
- Interdisziplinärer fachlicher Austausch und leitlinienorientierte Therapieplanung.
- Unterstützung bei der Koordination durch den moVe-it-medical-Manager.
Technische und organisatorische Umsetzung
- Für die strukturierte Vorbereitung der Fallkonferenzen werden digitale Formulare über REDCap genutzt.
- Die Teilnahme an den Fallkonferenzen erfolgt per Videokonferenz über eine KBV-zertifizierte Plattform.
- Die Datenerfassung erfolgt pseudonymisiert und dient organisatorischen sowie wissenschaftlichen Zwecken im Projekt.
- Für die Einschreibung der Patientinnen und Patienten sind Teilnahmeerklärung und Einwilligung zur Datenverarbeitung erforderlich.
Vergütung für Hub-Ärzte / Klinikärzte
Die Schulungsfolien nennen für den stationären Bereich und die ärztliche Beteiligung im Projekt insbesondere folgende vergütete Leistungen:
| Leistung | Umfang | Vergütung |
|---|---|---|
| Anamnese / Basis-Untersuchung inkl. App-Einrichtung und eCRF-Anlage | 1 x je Patient | 135,00 Euro |
| Vorbereitung der Fallkonferenz durch Befüllen des digitalen Formulars | bis zu 3 x je Patient | 45,00 Euro je Termin |
| Teilnahme an digitaler Fallkonferenz | bis zu 3 x je Patient | 60,00 Euro je Termin |
| Videosprechstunde bei Fragen zur Spastik und Spastik-Therapie | bis zu 2 x je Patient | 30,00 Euro je Termin |
moVe-it Leitfaden für Studienhubs

Im
moVe-it Leitfaden
für Studienhubs finden Sie alle Informationen zur Einschreibung von Studienteilnehmern, zur Registrierung und Nutzung der moVe-it App sowie zu den Abläufen im Studienalltag.
Es dient als praktische Orientierung und unterstützt Sie bei der strukturierten Umsetzung aller Schritte im Projekt.
👉 Den Leitfaden können Sie hier herunterladen:


